Suizid auf zwei Rädern.

Motorradfahrer werden gerne mal salopp „Organspender“ genannt. Und oft auch zu Recht, besonders an sonnigen Frühlingswochenenden im Bergischen Land oder in der Eifel. Tja, ein bisschen Schwund ist halt immer.

In Düsseldorf, der wunderschönen Landeshauptstadt am Rhein, ist man auch in diesem Punkt mal wieder einen Schritt weiter als die verhasste Provinz. Denn wir aufgeklärten Städter brauchen dafür kein Motorrad. Uns reicht das Rad, ganz ohne Motor. In Kombination mit einer unserer innerstädtischen Tagenten, der Graf-Adolf-Straße, ergibt sich eine erfrischend destruktive Kombination für Körper und Geist.

Den Körper stellen hier die Radfahrer zur Verfügung, die, so sie mal wieder von der Auto fahrenden Spezies versehentlich übersehen oder gar absichtlich ignoriert werden, in variantenreicher Vielfalt in die verschiedensten Teile gerissen werden.

Man muss dazu nämlich wissen, dass die Graf-Adolf-Straße eigentlich schon für zwei PKW nebeneinander zu schmal ist, von LKW oder Bussen wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst anfangen zu fabulieren, dann bricht im morgendlichen Berufsverkehr ohnehin mit schönster Regelmäßigkeit das Vollchaos aus.

Trotzdem gibt es immer wieder hirnamputierte Rad-Amöben, die sich trotz paralell verlaufender lauschiger Nebensträßchen genötigt fühlen, auf der GAS den Gefahrensucher zu spielen. Mit nicht selten vorkommenden, oben genannten Konsequenzen.

Ein Radler überquert die Kö. Dahinter beginnt der Radweg. Fast hat der Tollkühne es geschafft!

Ein Radler überquert die Kö. Dahinter beginnt der Radweg. Fast hat der Tollkühne es geschafft!

Kommen wir aber nun zum Geist. Auf den gehen die Zweirad-Artisten nämlich allen anderen. Weil sie etwas tun, dass nicht nur a) für sie selbst supergefährlich ist, sondern auch b) für sie auf keinster Weise schön sein kann. Deshalb können ich und meine Leidensgenossen, die wir uns unseren täglichen Weg über die GAS im Auto oder auf der Vespa bahnen müssen, für die radelnden Daredevils auch keinerlei Verständnis aufbringen.

Mein Kollege Harald, ein drahtiges Sportmodell ohne auch nur ein Gramm Fett am Körper, der jeden Morgen auf einem Kleinwagen-teuren Mountain-Bike aus dem schönen, aber auch 12 Kilometer entfernten Ludenberg in den Medienhafen strampelt, nimmt die Selbstmörder zwischen Worringer Platz und Königsallee überraschenderweise nicht einmal in Schutz. Er gehört netterweise zu den seltenen denkenden Radlern, die nicht der Meinung sind, ganz Düsseldorf müsse sich gefälligst nach ihrem entschleunigten Tempo richten. Er weicht auf die parallele Bahnstraße aus. Haben ja auch alle was davon. Danke dafür. Bleiben noch ca. 10.000 beratungsresistenter Fahrrad-Faschos, denen ich weiterhin jeden Morgen den Kampf ansage.

Waidmanns heil!

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